Algorithmen im Detail

Zuletzt bearbeitet von Kevin Knöller am 03.09.2026

Dieser Abschnitt beschreibt zu jedem im Prüfbild wählbaren Algorithmus die verfügbaren Einstellparameter im Detail.

Einzelnes Bauteil lokalisieren / Mehrere Bauteile lokalisieren

Beide Algorithmen suchen ein beim Einlernen erfasstes Referenzbild (Template) im Suchbereich, auch wenn es gedreht oder skaliert ist. „Mehrere Bauteile lokalisieren" zählt zusätzlich, wie oft das Template gefunden wird.

Objekt finden

Parameter Beschreibung Standard / Bereich
Minimaler Drehwinkel Kleinster Drehwinkel, in dem nach dem Modell gesucht wird. Negative Werte erlauben eine Drehung gegen den Uhrzeigersinn. 0°, -180° bis 180°
Maximaler Drehwinkel Größter Drehwinkel, in dem das Modell erkannt werden kann. 0°, -180° bis 180°
Winkelauflösung Genauigkeit der Winkelsuche. Kleinere Werte = präziser, aber rechenintensiver. 1°, 1° bis 360°
Minimale Skalierung Wie stark das gesuchte Modell minimal verkleinert sein darf. 1
Maximale Skalierung Wie stark das Modell maximal vergrößert sein darf. 1
Skalierungsauflösung Schrittweite, in der verschiedene Größen getestet werden. Kleinere Werte = genauer, aber rechenintensiver. 1
Randobjekte ignorieren Ignoriert Objekte, die am Bildrand liegen oder nicht vollständig sichtbar sind. Aus
Maximale Helligkeitsabweichung Wie stark die Helligkeit des gefundenen Objekts vom Referenzmodell abweichen darf. –
Maximale Kontrastabweichung Wie stark sich der Bildkontrast vom Referenzmodell unterscheiden darf. Höhere Werte = robuster gegenüber Beleuchtungsänderungen. –
Mindestdistanz (nur „Mehrere Bauteile") Mindestabstand zwischen gefundenen Objekten, damit sie als getrennte Treffer gezählt werden. –

Bewertung

Parameter Beschreibung Standard / Bereich
Mindestübereinstimmung Wie hoch die Übereinstimmung mit dem Referenzmodell mindestens sein muss, damit ein Treffer akzeptiert wird. Höher = strenger, kann aber schwächere Treffer verpassen. 70 %, 0–100 % (bei „Mehrere Bauteile": 10–100 %)
Anzahl Objekte (nur „Mehrere Bauteile") Wie viele Objekte gefunden werden müssen, damit die Prüfung als bestanden gilt. 0

Einzelnes Bauteil anhand Kanten lokalisieren / Mehrere Bauteile anhand Kanten lokalisieren

Wie die beiden vorherigen Algorithmen, arbeiten aber auf einem aus dem Referenzbild erzeugten Kantenbild – dadurch robuster bei wechselnder Beleuchtung. Beim Einlernen wird zusätzlich zu Drehwinkel und Skalierung (siehe oben) Folgendes berücksichtigt:

Objekt anhand Kanten finden

Parameter Beschreibung Standard / Bereich
Schwellwert für Kantenerkennung Wie stark ein Helligkeitsunterschied sein muss, damit eine Kante erkannt wird. Höher = weniger Rauschen, aber schwache Kanten gehen verloren. 10
Stabilisierung der Kantenerkennung Wie tolerant die Erkennung gegenüber schwächeren Übergängen entlang einer bereits gefundenen Kante ist. Hilft bei unterbrochenen/verrauschten Kanten. 15
Vollständigkeit der Kante Wie vollständig eine erwartete Kante vorhanden sein muss, damit sie akzeptiert wird. 1
Randobjekte ignorieren Wie oben. Aus
Maximal erlaubte Formabweichung Wie stark eine erkannte Kante von der Sollform abweichen darf. Größer = robuster gegenüber Fertigungstoleranzen, aber ungenauer. 0
Mindestdistanz (nur „Mehrere Bauteile") Wie oben. –

Bewertung: Mindestübereinstimmung (70 %, 10–100 %) sowie bei „Mehrere Bauteile" zusätzlich die Anzahl Objekte (0), analog zu den nicht kantenbasierten Varianten.

Weiße Pixel zählen

Zählt helle (weiße) Pixel im Einlernbereich, z. B. zur Füllstandsprüfung. Beim Einlernen wird die Pixelanzahl im leeren bzw. Referenzzustand gespeichert.

Parameter Beschreibung Standard
Minimale Abweichung vom gelernten Weißpixel-Wert Liegt der aktuelle Wert unter (eingelernter Wert − dieser Wert), sinkt die Bewertung auf 0 %. Dazwischen steigt sie linear auf 100 % beim eingelernten Wert. 1000
Maximale Abweichung vom gelernten Weißpixel-Wert Liegt der aktuelle Wert über (eingelernter Wert + dieser Wert), sinkt die Bewertung auf 0 %. Dazwischen fällt sie linear vom eingelernten Wert aus. 1000
Mindestübereinstimmung (Bewertung) Ab welcher Bewertung (%) die Prüfung als bestanden gilt. 70 %, 0–100 %

Im Ergebnis werden zusätzlich die Gesamtzahl der Pixel im Bereich, die Anzahl weißer und schwarzer Pixel sowie der eingelernte Referenzwert angezeigt.

Farbprüfung

Ermittelt die Durchschnittsfarbe des Einlernbereichs und vergleicht sie mit dem beim Einlernen gespeicherten Referenzwert (räumlicher Farbabstand).

Parameter Beschreibung Standard
Mindestübereinstimmung Ab welcher Bewertung (%) die Farbe noch als übereinstimmend gilt; die Bewertung sinkt mit zunehmendem Farbabstand zum eingelernten Wert. 90 %, 0–100 %

Im Ergebnis wird die gemessene Farbabweichung zum eingelernten Wert angezeigt.

Code lesen

Liest einen beliebigen Code (u. a. Barcode, DataMatrix, QR-Code, UPC/EAN) aus dem Einlernbereich.

Parameter Beschreibung Standard
Vergleichswert Der gelesene Code wird mit diesem Wert verglichen. Ist das Feld leer, findet kein Vergleich statt und die Prüfung gilt bei jedem gelesenen Code als bestanden. leer
Als Variable speichern Speichert den gelesenen Code automatisch in einer Variablen des Arbeitsablaufs. Aktiv
Variablenname Name der Variable, unter der der gelesene Code gespeichert wird. leer

Im Ergebnis werden der gelesene Inhalt sowie der erkannte Code-Typ angezeigt.

Blob-Zählung

Zählt zusammenhängende Bildbereiche (Blobs) im Einlernbereich anhand von Helligkeit, Größe und Abstand.

Intensität

Parameter Beschreibung Standard / Bereich
Polarität der Intensität Ob helle Blobs, dunkle Blobs oder beide relativ zum Hintergrund erkannt werden. Dunkle Blobs zählen
Schwellwert Intensitätsschwellwert zur Segmentierung des Bildes. 128, 0–255
Hysterese Zusätzliche Schwellwerttoleranz für eine stabilere Segmentierung; reduziert Rauscheinflüsse. 1

Aufteilung (Vorverarbeitung zum Trennen benachbarter/überlappender Blobs)

Parameter Beschreibung Standard / Bereich
Blobs am Rand entfernen Entfernt Blobs, die den Bildrand berühren. Aus
Strukturierungselement Form des Elements für die morphologische Trennung: Rechteck, Ellipse oder Kreuz. Rechteck
Öffnungsradius Radius der Öffnungsoperation zum Entfernen kleiner Störungen bzw. Trennen schwach verbundener Blobs. 0, 0–360°
Schließungsradius Radius der Schließungsoperation zum Füllen kleiner Lücken innerhalb von Blobs. 0, 0–360°
Schwellwert für Aufteilung Zusätzlicher Intensitätsschwellwert zur Unterstützung der Trennung angrenzender Blobs. 0

Blobs (Filterung nach geometrischen Eigenschaften)

Parameter Beschreibung Standard
Minimale Distanz zwischen Blobs Mindestabstand zwischen zwei Blobs, damit sie als getrennte Objekte gelten. 20 Pixel
Minimale Fläche eines Blobs Kleinste erlaubte Blob-Fläche; kleinere Objekte werden ignoriert. 0 Pixel
Maximale Fläche eines Blobs Größte erlaubte Blob-Fläche; größere Objekte werden ignoriert. unbegrenzt

Bewertung

Parameter Beschreibung Standard
Anzahl Blobs Wie viele Blobs gefunden werden müssen, damit die Prüfung als bestanden gilt. 0